Arbeiten

Meine Kunst steht für sich. Nur manche meiner Arbeiten tragen einen Titel. Nicht ich erkläre meine Kunst sondern sie erklärt sich den Betrachtenden selbst.

Die Auseinandersetzung mit dem Stein als Materie, mit seiner Beschaffenheit, seiner Härte, seiner Farbe und Maserung fließt ebenso in meine Arbeiten ein wie die stetige Auseinandersetzung mit der Form selbst. Die Kreisformen der frühen Jahre meines Schaffens wurden von Winkeln und Geraden durchkreuzt, die sie anschneiden oder ins Leere drängen und später zu den geraden Formen der Stelen und Bodenplastiken führten sowie zu den mehrteiligen Skulpturen der letzten Jahre.

So wichtig wie die Materie selbst ist in meinen Arbeiten ihre Abwesenheit, die Leerräume ermöglichen ein Spiel mit dem Licht, das die Steine lebendig werden lässt und ihnen Leichtigkeit gibt. Bei manchen meiner Arbeiten bricht der Stein unvermittelt ab und zeigt sein unbearbeitetes Inneres mit dem er uns die Verletzlichkeit des Materials zeigt und einen Kontrast zur bearbeiteten Form bildet.

Es ist nicht mein Anliegen, in schneller Abfolge verschiedene Konzeptionen aneinanderzureihen um auf den Zeitgeist zu reagieren, das verbietet schon der Stein als Ausgangspunkt, sondern ich suche die kontinuierliche Auseinandersetzung mit dem von mir gewählten Material und den daraus entstehenden formalen Herausforderungen.

Innere Vorgänge, das Private sichtbar machen und ihm eine ästhetische Form zu verleihen gehört zu meinen Anliegen. Allerdings niemals auf plakative Weise sondern mit Raum für die Assoziationen der Betrachtenden. Mein Mahnmal in Emmendingen für die Opfer der Euthanasie während des Dritten Reiches hat sich weit über das Private hinaus bewegt in dem Wunsch, den Opfern ihre Würde zurückzugeben, ohne dabei die Kunst in eine bestimmte Richtung zu instrumentalisieren.